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Und täglich grüßt die Wissenschaft
25.10.2007

Brennstoffzellen machen mobil

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Mehr als 50 Prozent
beträgt der Wirkungsgrad hochmoderner Brennstoffzellen - und damit das 2,5-fache eines herkömmlichen Verbrennungsmotors. (Fraunhofer Institut für Chemische Technologie und FHBraunschweig/Wolfenbüttel)

Glosse

Man kennt sie mittlerweile, die Vorurteile, mit denen Golfer zu kämpfen haben: Ihr Sport sei gar kein richtiger Sport, zudem langweilig und elitär. Überholtes Geschwätz. Dass Golfer als besonders umweltbewusst und innovationsfreudig eingeschätzt werden, hat ein Besuch auf der Hannover Messe in diesem Jahr gezeigt. Dort wurde erstmals der Prototyp eines Wasserstoff-Elektro-Trolleys vorgestellt. Eine Brennstoffzelle sorgt dafür, dass das Golfgepäck klimafreundlich über das Green transportiert werden kann.
Brennstoffzellen gehört die Zukunft, nicht nur auf dem Golfplatz. Davon sind die Experten des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie, Projektgruppe Nachhaltige Mobilität, und der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel überzeugt. "Brennstoffzellen arbeiten schadstofffrei und erzielen im Durchschnitt einen Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent. Das ist das 2,5-fache eines herkömmlichen Verbrennungsmotors", sagt Torsten Schwarz von der Projektgruppe. Am Standort Wolfsburg entwickeln die Wissenschaftler die Technologie für den mobilen Einsatz weiter, um sie leistungsfähiger, zuverlässiger und wirtschaftlicher zu machen. "Bevor Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb sich durchsetzen, muss die Technologie ausgereift und erschwinglich sein", erläutert der Ingenieur. Gut für die Umwelt, dass parallel eine andere Entwicklung dem alternativen Antrieb langfristig den Weg ebnen wird: Steigende Mineralölpreise. Heute schon getankt? (gef)



Fakten

Zukunftstechnologie Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle gilt als zukunftsweisende Antriebstechnologie. Sie ist umwelt- und klimaschonend, weil sie keine Schadstoffemissionen verursacht, und zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent im Fahrzyklus aus - das 2,5-fache eines herkömmlichen Verbrennungsmotors. Das macht sie für den Einsatz in Fahrzeugen attraktiv. Experten des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie (ICT), Projektgruppe Nachhaltige Mobilität, und der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel entwickeln am Standort Wolfsburg die innovative Brennstoffzellen-Technologie für den mobilen Einsatz weiter. Ziel ist es, sie leistungsfähiger, zuverlässiger und wirtschaftlicher zu machen.
Eine Brennstoffzelle ist ein Energiewandler: Sie wandelt chemische Energie in elektrische Energie, die wiederum in Antriebsenergie umgesetzt wird. Energieträger bzw. "Treibstoff" einer Brennstoffzelle ist Wasserstoff. Dieser wird mit Sauerstoff kontrolliert zusammengeführt. Es kommt zu einer chemischen Reaktion, bei der Strom gewonnen wird. Als "Abfallprodukt" entsteht reines Wasser, aber kein Kohlendioxid wie bei gängigen Verbrennungsmotoren, die mit Benzin oder Diesel arbeiten.
"Die Brennstoffzellen-Technologie bietet den Vorteil, dass sie ohne fossile Energieträger wie Erdöl auskommt. Diese sind endlich, und ihre Verknappung lässt die Energiepreise steigen. Diese Entwicklung ebnet alternativen Antrieben langfristig den Weg", erläutert Torsten Schwarz aus der ICT-Projektgruppe Nachhaltige Mobilität. Voraussetzung: Die Technologie der Brennstoffzelle muss ausgereift und für den Kunden erschwinglich sein. Deshalb forschen Schwarz und seine Kollegen an der Optimierung des komplexen Systems. Handlungsbedarf sehen die Wissenschaftler vor allem in der Verbesserung von Reichweite, Kaltstartfähigkeit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer sowie in der Kostenreduzierung. Dabei entwickeln die Experten nicht nur die einzelne Brennstoffzelle weiter, sondern berücksichtigen auch die Peripherie, zu der beispielsweise Ventile, Befeuchter, Pumpen, Verdichter und Kühler gehören. Unterstützt werden sie vom Land Niedersachsen, das in einer Initiative die mobile Anwendung von Brennstoffzellen fördert (im Internet unter www.brennstoffzelle-nds.de). (gef)



Kontaktinformationen

Name: Tortsen Schwarz
Institution: Fraunhofer Institut für Chemische Technologie, Projektgruppe Nachhaltige Mobilität
Adresse: Robert-Koch-Platz 8A 38440 Wolfsburg
Telefon: 05361/83-2901
Fax: 05361/83-1475
WWW: http://www.brennstoffzelle-nds.de
E-Mail:
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